Berichte 2008

November 2008

Anmerkung: Der folgende Rundbrief ist hier aufgenommen, weil Frau Freimark-Zeuch mit ihrem bisher privat gesponserten Projekt in Kongo sich dem Verein LHL e.V. anschließen möchte. Wir heißen sie herzlich willkommen.

J. Marquardt

Irène Freimark-Zeuch, Tel. 02527-947840, e-mail: irene.freimark-zeuch@web.de

mit Augustin Konda im Kongo

Rundbrief Nr.2

Lippetal, im November 2008


Mein zweiter Rundbrief ist anders gestaltet, professioneller. Für das Frauenprojekt in Kilueka ändert sich nichts und ich bin auch weiterhin dafür verantwortlich. Die einzige Veränderung besteht darin, dass ich mich “Lernen – Helfen - Leben e.V.“ oder kurz “L-H-L“ anschließen darf. Somit ist unser Projekt offiziell und nicht mehr so halb privat. D.h., ab sofort können über L-H-L auch Spendenquittungen für unser Projekt ausgestellt werden.


Frauengruppe von Kilueka (Unterer Kongo/Bas-Congo)

Ich hatte lange nach einer Möglichkeit gesucht gemeinnützig zu werden. Alleine geht es nicht, und der Versuch einen eigenen Verein zu gründen ist gescheitert.

Im September 2008 fand in Soest ein Studientag “Klimaschutz für – oder: mit Afrika?“ statt, an dem ich teilnahm. Es war ein Studientag von L-H-L e.V. in Zusammenarbeit mit der VHS Soest. Dr. Paul Krämer, selbst Referent und Vorstandsmitglied von L-H-L, leitete diesen Studientag. Dr. Krämer kenne ich schon lange, und L-H-L ist ein Verein, zu dem “unser“ Projekt gut passt. Ich bin sehr froh, dass L-H-L bereit ist, unser Projekt aufzunehmen. So hoffen wir nun gegenseitig auf eine fruchtbare Zusammenarbeit.


Verstreute Felder in der Landschaft (Bas-Congo)

Zu Ihrer / Eurer Information schicke ich auch einen Rundbrief von L-H-L mit, damit Ihr wisst, wem ich mich anschließe. Wichtig ist nun, dass bei Spenden unbedingt das Stichwort: “Projekt: SOEST“ angegeben wird, damit das Geld richtig zugeordnet werden kann.

In meinem Rundbrief möchte ich aber in erster Linie einfach nur von unserem Projekt berichten. Im Kongo ist nun Regenzeit, d.h. es regnet häufig, aber nicht ständig, und dann scheint auch immer wieder die Sonne.

In den letzten Tagen hat es allerdings sehr viel geregnet! Wenn es in den Tropen regnet, dann ist das kein Landregen wie bei uns. Auch ein starker deutscher Platzregen kann nur annähernd mit einem tropischen Regen konkurrieren. So ist die Strasse nach Kilueka z. Z. eine einzige Schlammpiste. Selbst in der Hauptstadt Kinshasa verwandeln sich die Strassen in reißende Flüsse, die enorme Schäden anrichten.


Meiler zum Brennen der Ziegel ('Bas-Congo)

Die Regenzeit dauert sechs Monate und hat auf Grund des Klimawandels auch in diesem Jahr früher eingesetzt als sonst. Ob mit dem Bau des Steinhauses für die Frauen in Kilueka schon bald begonnen werden kann, ist noch unklar. Vielleicht müssen wir die nächste Trockenzeit abwarten.

Monsieur Konda schreibt, dass die ersten Ziegelsteine gebrannt und sicher gelagert werden. Jetzt ist die zweite Fuhre im Ofen. Die Herstellung weiterer Lehmziegel musste wegen des starken Regens unterbrochen werden. Sobald das Wetter es zulässt, wird aber weiter gearbeitet.

Monsieur Konda fährt regelmäßig nach Kilueka um die Frauen bei der Gartenarbeit anzuleiten. Im Oktober konnte zum ersten Mal Artemisia geerntet und getrocknet werden. Alle sind sehr stolz auf ihren selbst produzierten Tee. (Artemisia hilft bei Malaria.) Die Frauen sind nun dabei, ein weiteres Stück ihres Gartens urbar zu machen, denn sie möchten gerne Kochbananen anpflanzen. 300 Setzlinge kosten 90 – 100 Euro. Die Zeit zum Anpflanzen ist jetzt günstig, denn es gibt genug Wasser. In etwa einem Jahr sind dann die ersten Bananen reif, und in zwei Jahren kann sich der Ertrag verdoppeln. D.h. die Frauen könnten später einen Teil dieser Kochbananen verkaufen und so auch selbst zur Finanzierung ihres Projektes beitragen.

Die Frauen werden weiterhin begleitet und unterrichtet. Folgende Themen bleiben aktuell: Krankheiten, verschmutztes Wasser, Latrinen, Hygiene, Ernährung etc.

Ganz herzlichen Dank und viele liebe Grüsse von den Frauen aus Kilueka, von Monsieur Konda und von mir! (Rundbrief LHL November 2008)