Berichte 2009

Endlich unter einem Dach


- Irene Freimark-Zeuch besuchte im Kongo ein Frauenprojekt. Benötigt werden ein Geländewagen und Rinder für die Feldarbeit.

Artikel im Soester Anzeiger, 31.12.09 (430 kb, pdf)



April 2009

Kilueka-Rundbrief Nr.3

Frau Freimark-Zeuch/Lippetal stellt ihr Kongo-Projekt vor


Seit meinem ersten Afrikabesuch 1996 suche ich nach einer Lösung, nach einer Möglichkeit, die vielen Krankheiten zu behandeln. Für die meisten Afrikaner sind Medikamente viel zu teuer!

So lernte ich Monsieur Konda Ku Mbuta Augustin kennen. Er ist Forscher für angewandte Ethnopharmakologie in Zusammenarbeit mit dem IRSS (Institute de Recherche en Science de la Santé) in Kinshasa in der D.R.Congo, einem Forschungsinstitut der kongolesischen Regierung.

Das Forschungsgebiet von Monsieur Konda ist die traditionelle Medizin, das Wissen um die Tradition, medizinische Pflanzen, die Aufwertung der medizinischen und essbaren Pflanzen und das Verbessern der traditionellen Medizin. Er erforscht die Pflanzen der D.R.Congo, aber auch andere wie z.B. Artemisia, Moringa etc. Er ist Autor verschiedener Publikationen und wird als Experte zu grossen Konferenzen eingeladen, auch nach Europa!

Monsieur Konda und ich haben im Januar 2008 ein Projekt in seinem Heimatdorf Kilueka und Umgebung begonnen. Kilueka liegt im Bas-Congo, ca. 150 km südlich der Hauptstadt Kinshasa. Es ist ein Frauenprojekt mit 22 Frauen aus 10 Dörfern, die einen eingetragenen Verein gründeten. Sie bekamen für 450 Euro einen 3000 qm großen Garten, den sie nun bearbeiten. Die Frauen haben letztes Jahr 500 selbstgezogenen Moringasetzlinge gepflanzt. Die Blätter des Moringabaumes sind sehr gesund und können gekocht als Spinat gegessen werden. Dies ist eine wichtige Nahrungsergänzung, vor allem für die Kinder! Auch verschiedene Obstbäume sind schon oder werden noch angepflanzt. Es soll ein richtiger Nutzgarten, ein Garten Eden werden. Ganz wichtig ist der Anbau von Artemisia, einer Heilpflanze. Gerade in der Gegend von Kilueka ist die Malaria stark verbreitet und kann mit dem Tee der Artemisiablätter gut behandelt werden.

Damit die Frauen wissen, wie die verschiedenen Bäume und Pflanzen gesetzt und verwendet werden, wie Artemisia angebaut, geerntet, getrocknet und zu Tee verarbeitet wird, werden sie in fortlaufenden Seminaren zu Multiplikatorinnen ausgebildet. In diesen Seminaren erklärt Mr Konda auch die verschiedenen Krankheiten und deren Zusammenhang mit verschmutztem Wasser, einseitiger Ernährung etc., denn Aufklärung ist die beste Vorbeugung!

Wir möchten jetzt gerne ein einfaches Haus bauen. Hier können dann die Frauen regelmäßig unterrichtet werden, und sie können die Unterrichtsmaterialien und das Gartenwerkzeug sicher lagern. Es wird ein Multifunktionshaus. Ganz wichtig ist, dass der Tee in diesem Haus gut trocknen kann und außerdem vor Feuchtigkeit und Regen geschützt ist.


LORENA-OFEN im Kongo (Bild H. Rothenpieler)


Wir möchten jetzt einen jungen Mann zu einer Fortbildung nach Bukavu schicken. Dort soll er lernen, wie die Lorenaöfen gebaut werden. Dies sind einfache Lehmöfen, die sehr viel weniger Holz verbrauchen. Wenn sie im Haus fest eingebaut werden, wird der Rauch durch ein Ofenrohr nach draußen geleitet. So können die Frauen rauchfrei kochen! Bis heute kochen die Frauen ihr Essen auf dem Drei-Steine-Ofen und häufig auch noch in einer fensterlosen kleinen Hütte. Viele Kinder sitzen bei ihren Müttern am Feuer, und viele Frauen tragen ihre Kleinsten auf dem Rücken. Leider entsteht beim Kochen auf drei Steinen sehr viel Rauch, der die Gesundheit der Frauen und ihrer Kinder stark gefährdet. Deshalb ist der Lorenaofen ein großer Fortschritt für die Bevölkerung. Lehm für den Bau dieser Öfen gibt es genug vor Ort, so dass die Kosten für einen solchen Ofen wahrscheinlich bei 1 USD liegen werden.

Es gibt so viele Ideen und auch so viele engagierte Menschen vor Ort, aber sie brauchen Unterstützung. Deshalb werde ich mich weiterhin für sie einsetzen, besonders für die Frauengruppe in Kilueka. (aus dem LHL-Rundbrief April 2009)