Berichte 2012



Hilferuf aus dem Kongo

Geseker Fotograf Dieter Tuschen unterstützt Projekt in Afrika

Geseke - Der Geseker Fotograf Dieter Tuschen hat ein Motto: „Scheue dich nicht, genau hinzusehen, auch wenn es unangenehm ist. Jede Herausforderung hat ihren Reiz.“ Immer wieder macht sich der Mitarbeiter unserer Zeitung auf zu Menschen, die in Armut leben....

Oftmals wird der Geseker einfach angerufen und um Unterstützung gebeten. Kürzlich erreichte ihn ein Hilferuf von Irene Freimark-Zeuch aus dem Kongo. Die Krankenschwester aus Lippetal hat sich vor einigen Jahren dem Verein „Lernen - Helfen - Leben“ angeschlossen. In Kilueka, einem kleinen Dorf im Westen des afrikanischen Staates, kümmert sie sich um Menschen, die tagtäglich gegen den Hunger ankämpfen und in erbärmlichen Verhältnissen leben.

Hier weiterlesen in der Lippstädter Zeitung "Der Patriot"



"Wir alle sind überrascht, wie gross das Projekt in so kurzer Zeit geworden ist"

Kilueka-Rundbrief November 2012

Das Dorfgemeinschaftshaus im Dorf Kilueka ist nun endlich fertig gebaut und sogar teilweise schon eingerichtet. Es musste vorübergehend zum Lagern aller möglichen Dinge benutzt werden, bis eine andere Lösung dafür gefunden wurde. Inzwischen aber ist das Haus wieder frei geräumt und sauber. Ab jetzt wird es nur noch als Dorfgemeinschaftshaus genutzt für Fortbildungen und andere Treffen der Leute aus der Umgebung!

Direkt daneben wird eine Garage für den Jeep gebaut. Sie ist fast fertig, nur das Dach fehlt noch.

Auch an die Toiletten haben wir gedacht, sie werden schon genutzt.



Die Ziegelei befindet sich in Kilueka direkt gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus. Nur durch Zuschüsse des BMZ war es LHL möglich, dieses Projekt durchzuführen und fünf Ziegelpressen anzuschaffen und in den Kongo zu transportieren. Eine davon steht jetzt in Kilueka! Es handelt sich hierbei um eine ganz einfache manuelle Ziegelpresse.

Eigentlich sollte ein Fachmann aus Belgien diese neue Presse in Kilueka einführen. Das wurde kurzfristig geändert und so flogen Anfang 2012 zwei Männer aus Kilueka in den Ostkongo und haben dort mit Erfolg am Seminar zur Einführung in die Arbeit der Ziegelpressen teilgenommen. Die Qualität der neuen Ziegel ist wesentlich besser und die Grösse ist einheilich.

In Kilueka wurden drei grosse Unterstände gebaut und eine Genossenschaft gegründet.


Jetzt arbeiten dort 18 Männer in zwei Schichten. Die gepressten Ziegel werden dann in den Unterständen getrocknet und gelagert.

Die ersten selbst hergestellten Lehmziegel wurden für die Toiletten für's Dorfgemeinschaftshaus verbaut. Sie sind nur gepresst und nicht gebrannt. Wir wollen jetzt testen, wie haltbar diese ungebrannten Ziegel sind.

Direkt neben den Unterständen entstehen jetzt die Büroräume und die Toiletten für die Ziegelei.

Als nächstes wollen wir verschiedene Methoden der Ziegelherstellung und deren Haltbarkeit testen. Die bekannteste und beliebteste Methode ist das Brennen der Ziegel, denn das macht sie haltbarer. Wenn sie in speziellen Brennkammern gebrannt werden, verbraucht man dafür nur wenig Holz. Statt sie zu brennen, kann man den Ziegeln aber z.B. auch Kalk oder Zement beimischen und sie so ebenfalls haltbar machen. Um das alles testen zu können, werden wir zwei traditionelle Häuser bauen und dafür verschiedene Methoden mit ungebrannten Ziegeln ausprobieren. Diese Häuser sollen dann natürlich auch sinnvoll genutzt werden.

Eine Frage allerdings ist noch nicht geklärt, wie die Ziegel in weiter entfernte Dörfer transportiert werden können. Mit den Ochsen? Oder mit einem Traktor?


Das Bienenprojekt ist in der Bevölkerung nach wie vor sehr beliebt! Bisher wurden 120 Bienenstöcke aufgestellt und die meisten davon sind schon bewohnt. Ein grosser Dank geht da an das Friedrich-Spee-Gymnasium Rüthen für die Unterstützung dieses Bienenprojekts! Inzwischen ist der erste Honig geerntet.

Monsieur Konda hat lange nach Honiggläsern gesucht, aber keine gefunden. Jetzt wird der flüssige Honig halt in ½ und 1 Liter Plastikflaschen abgefüllt.

Auch einfache Etiketten sind in Kinshasa praktisch nicht zu finden. Deshalb lasse ich sie jetzt hier drucken und nehme sie dann mit. Auf den Etiketten steht: „Reiner Honig, 1 Liter gekaufter Honig = 100 m² neuer Wald“.

Nach Möglichkeit möchten wir noch viele Bienenstöcke à 30 Euro aufstellen.


Den beiden Ochsen Gabriel und Christian geht es gut. Sie sind in den letzten Monaten in der Feldarbeit ausgebildet worden und haben sich auch an das Joch gewöhnt. Nun warten sie noch auf die Regenzeit, um dann mit der Arbeit auf dem Feld beginnen zu können. Das ganze Dorf ist gespannt, denn dies ist ein grosser Fortschritt für die lokale Bevölkerung!



Das Wasserprojekt, wird vom Verein Aqua creactive durchgeführt:

www.aqua-creactive.de


Ein ganz grosser Dank geht an diesen Verein, der sich unermüdlich für sauberes Trinkwasser in Afrika einsetzt! Seit etwa zwei Jahren engagieren sie sich auch im Westkongo und unterstützen inzwischen die Arbeit von Augustin Konda. Dank eines beachtlichen Zuschusses der Bingo-Umwelt-Stiftung in Hannover konnte Aqua creactive für den Verein Songa nzila in Kilueka einen Jeep kaufen.

Dieser Toyota Hilux ist eine so grosse und wichtige Hilfe zur Durchführung des Projektes! Ich weiss nicht, wie wir das Projekt ohne Jeep organisieren könnten? Es wäre wohl kaum möglich! Das Reisen, die Transporte, die total überfüllten Lastwagen, die schlechten Strassen - Monsieur Konda und der Verein Songa nzila wären in ihrer Arbeit ständig blockiert.

Der Jeep gibt ihnen eine enorme Freiheit und Unabhängigkeit! Ganz herzlichen Dank an die Bingo-Umwelt-Stiftung für diesen Zuschuss!


Ein anderer wichtiger Teil dieses Projektes ist die Einführung des Moringabaumes. In den letzten Wochen und Monaten wurden viele Moringasamen vorgezogen und dann gepflanzt. Sie gedeihen gut und wachsen schnell. Parallel dazu organisieren Herr Konda und die Frauen vom Verein Songa nzila Seminare zum Thema Moringa und gesunde Ernährung.

Alles Erlernte tragen diese Frauen als Multiplikatorinnen in ihre jeweiligen Dörfer und geben es dort an die Frauen weiter. Wie wird der Moringasamen vorgezogen, der Setzling gepflegt, die Moringablätter geerntet und Spinat daraus gekocht, Pulver aus getrockneten Moringablättern hergestellt und verarbeitet, usw. Alles wird genauestens erklärt und es wird gemeinsam Moringaspinat gekocht und probiert. Das Interesse der Bevölkerung ist gross.

Im ganzen Bas-Congo gibt es kaum gutes Trinkwasser. Ausserdem warten die Frauen oft stundenlang, bis sie dran sind, um Wasser in ihre Kanister zu füllen!

Deshalb sollen als nächster Schritt die Wasserquellen untersucht und dann sauber eingefasst werden. Dafür sind zwei kleine Zentrifugen und ein kleines Mikroskop schon vor Ort und ein gutes gebrauchtes Mikroskop ist noch auf dem Weg dahin. Alles, was sonst noch für die Wasseruntersuchung gebraucht wird, nehme ich im Koffer mit.

Dann hat der Verein Aqua creactive eine gute Solaranlage - ein Inselsystem - geschenkt bekommen. Diese muss jetzt noch nach Kilueka geschickt bzw. verschifft werden. Da es im ganzen Gebiet von Kilueka keinen Strom gibt, wird diese Solaranlage ein enormer Fortschritt sein. Die Sonne geht das ganze Jahr um 6 Uhr auf und um 18 Uhr unter. Dann ist es dunkel! Die Solaranlage wird der Bevölkerung ermöglichen, sich z.B. auch nach 18 Uhr noch im Dorfgemeinschaftshaus zu treffen.

Ende November 2012 werde ich im Auftrag von Aqua creactive im Rahmen des Wasserprojektes in den Kongo reisen. A. Konda und ich wollen dann mit dem Jeep nach Kilueka und in andere Dörfer fahren. Mit dem Jeep ist alles viel einfacher und schneller zu organisieren. Vor Ort werde ich diesmal im fertiggestellten Dorfgemeinschaftshaus logieren. Es wird eine Mitgliederversammlung des Vereins Songa nzila geben, um den Verlauf speziell dieses Projektes zu besprechen und die nächsten Schritte zu planen.

Das sind die wichtigsten Neuigkeiten von den Projekten im Westkongo. Der Verein Songa nzila, Monsieur Konda und ich, wir alle sind überrascht, wie gross das Projekt in so kurzer Zeit geworden ist und wie sehr wir von Ihnen / Euch allen unterstützt wurden und werden.

Ganz herzlichen Dank, auch aus dem Kongo!!!

Viele Grüße von uns allen

Irène Freimark-Zeuch

Info: www.l-h-l.org → Projekte → Kongo / West

oder: www.aqua-creactive.de





Soester Anzeiger, 29.6.2012



Wie in Lippstadt der B.U.N.D. mit der Rückgabe von alten Handys LHL unterstützt: Hier weiterlesen


"Die Glocke" berichtet im Lippetal über LHL-Projekt 2012

Irene Freimark-Zeuch (M.) bei einem Besuch in Kilueka beim Gedankenaustausch mit den Frauen vor Ort.

Zusammen mit dem Kongolesen Augustin Konda ku Mbuta, der Leiter des Gesamtprojektes vor Ort ist, gründete Irene Freimark-Zeuch unter dem Dach der Organisation „Lernen-Helfen-Leben“ (lhl) den Verein „Songa nzila“, dem Frauen und Männer aus mehreren Dörfern angehören. Sie alle sind Multiplikatoren in einem Leben, in dem Information nur über Mund-zu-Mund-Propaganda und über Kirchengemeinden gelingt.

Aufgrund der erfolgreichen Arbeit kennt die Begeisterung und Motivation in Afrika keine Grenzen. Verzögert hat sich das Rinderprojekt , das auch von der Eine-Welt-Gruppe aus Lippetal unterstützt wird. Weil die ersten Rinder erkrankten, mussten neue angeschafft werden. Jetzt sind sie alt genug, um für die Feldarbeit ausgebildet zu werden.

Beliebt ist das Bienenprojekt. Augustin Konda konnte inzwischen viele Menschen davon überzeugen, ihre Bäume nicht mehr zu fällen und als Brennholz zu verkaufen. Wenn die Menschen vor Ort Bienenstöcke in die Wälder stellen, können sie jedes Jahr Honig ernten und einen Teil davon verkaufen, ist man sich sicher. Deshalb wäre es schön, wenn noch mehr Bienenstöcke aufgestellt werden könnten. Einschließlich aller Kosten sind pro Bienenstock 30 Euro erforderlich, der auch gerne mit dem Namen eines Spenders versehen werden kann.

Auf einem guten Weg ist das Ziegeleiprojekt zur Herstellung von Dachziegeln und Bodenfliesen. Ein großes Problem ist aber nach wie vor die Wasserversorgung. Allein der Verein „Lernen-Helfen-Leben“ benötigt für dieses Projekt jährlich 1000 Euro, um Erkrankungen durch verschmutztes Wasser so weit wie möglich zu verhindern. Nachdem die Wasserquellen untersucht worden sind, werden sie eingefasst. Darüber hinaus benötigt eine saubere Wasserquelle eine dichte Vegetation mit Bäumen in einem Umkreis von 30 Metern, um den Quellbereich bei Starkregen dauerhaft vor Verunreinigungen zu schützen.

Der vorherrschenden Mangelernährung tritt man mit dem Anbau von Moringabäumen entgegen. Zwecks finanzieller Unterstützung der Projekte ist ein Spendenkonto bei der Sparkasse Soest eingerichtet.

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von Die Glocke, Kreis Warendorf, Lippetal, Ausgabe vom 5. Januar 2012


2011: Internationales Jahr der Wälder im Kongo

Unsere Partner in Kinshasa haben einige Poster entwickelt zum Schutz der Wälder im Kongo. Drei davon können Sie unten runterladen.
- Poster (pdf, 634,7 kb)
                                                 Poster 2  (pdf, 175,1 kb)
                                                 Poster 6  (pdf 887,4 kb)