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Kongoreise 08/II


Samstag, 2. August 2008


Heute mußte ich schon kurz nach fünf Uhr aufstehen. Draußen ist noch alles stockdunkel. Kahuzie-Biega steht auf dem Programm und wir müssen dort früh ankommen, um noch an der Exkursion zu einer der letzten auf der Erde existierenden Gruppe von Berg-Gorillas in diesem Nationalpark vor den Toren Bukavus teilnehmen zu können. Kurz vor 7 Uhr sind alle bereit und wir fahren los, gen Norden, zunächst am Kivusee vorbei. Dort, am Hafen, warten zu dieser frühen Stunde schon sehr viele Menschen auf die Schiffe nach Goma und auf die Inseln (z.B. Idjwi). Wir kommen an der Primus-Brauerei vorbei, daneben liegt, etwas versteckt, die berühmte Firma „Pharmakina“, die tropische Heilpflanzen zu Medikamenten verarbeitet. Beide Firmen sind die wichtigsten Arbeitgeber und Steuerzahler für Bukavu. Die Straße ist doch tatsächlich inzwischen überall eine Baustelle. Sie führt u.a. zum Flughafen von Kavumu und ihre Erneuerung gehört zu den wichtigsten Bauvorhaben der kongolesischen Regierung (also zu den berühmten cinq chantiers [den fünf Baustellen] des Präsidenten).


Bauarbeiten an der Straße zum Flughaven Kavumu von Bukavu

Sie wird durchgeführt von den Chinesen. Die haben ein eigenes Interesse daran, denn bald darauf passieren wir die „chinesische Kolonie“ von Bukavu. Alles sieht so aus, als ob der „Eiserne Vorhang“ noch nicht gefallen sei, einschließlich Wachtürmen. Aber hier sind „nur“ seit vielen Jahren die chinesischen Blauhelme stationiert – und inzwischen wohl auch die Bauarbeiter aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Die Straße wird über Kavumu hinaus drastisch schlechter. Hier haben noch in diesem Jahr Scharmützel diverser Rebellenfaktionen stattgefunden, was natürlich jede Entwicklung hemmt. Doch immer wieder kommen wir auf kurze „Pisten“, wo der Fahrer auch mal auf 50 oder 60 km/h aufdrehen kann, die beweisen, daß die ganze Straße in der belgischen Zeit schonmal geteert war – und zwar bis nach Goma hinauf. In Kavumu teilt sich diese „Nationalstraße“. Rechts geht’s weiter nach Goma, geradeaus und den Hügel hinauf sogar – eigentlich – bis nach Kisangani und zwar bald quer durch den Kahuzie-Biega-Nationalpark hindurch. Doch diese „Nationalstraße“ ist hier eine einzige Katastrophe. Wir kommen nur im Schrittempo voran und der Wagen schaukelt wie bei höchstem Seegang. Und kurz vor dem Haupteingang von Kahuzie-Biega dann erst noch eine Mondlandschaft. Überall akute Abholzung. Was ist hier los? Die Bauern nutzen die Trockenzeit, um neue Felder anzulegen. Und die Bäume werden verfeuert... Hier war zwar vorher kein Wald, aber, wie noch in der benachbarten Teeplantage eines Belgiers, standen überall verstreut einzelne Bäume. Und hier hat man sich entschlossen, eine Radikalkur anzuwenden und diese allesamt abgeholzt... Die Gegend zwischen dem Nationalpark und dem Kivusee ist sehr dicht bevölkert, etwa 500 Einwohner pro qm und Holz ist sehr knapp. Und der Nationalpark, ein Weltkulturerbe der Unesco, darf nicht angetastet werden. Wir stehen kurz vor dem Haupteingang. Doch da ist noch ein Hindernis. Durch die schlechte Straße war kurz zuvor ein Lastwagen schlicht umgekippt.


Der Fahrer muß nur eine verkehrte Lenkung gemacht haben und schon kann das Fahrzeug in eine extreme Schieflage kommen. Die ganze Ladung lag über die Straße verstreut. Wir mußten einen großen Bogen in die Wiese hinein machen, um daran vorbeizukommen, weil die Schlaglöcher neben dem Wagen zu groß waren. Jetzt aber endlich Kahuzie-Biega. Vor uns türmt sich der Wald auf. Rechts und links Empfangs- und Verwaltungsgebäude des Haupteingangs, der Parkverwaltung und dann noch eine Siedlung für die Mitarbeiter, hauptsächlich bewaffnete Parkwächter.

Das Empfangsgebäude der Parkverwaltung

Die Siedlung der Parkwächter und -mitarbeiter. Dahinter beginnt der Nationalpark. Im Vordergrund die Kindergruppe vom Waldkindergarten.

Wir mußten uns anmelden und der Ausländer muß 300 Dollar auf den Tisch legen für eine Besichtigung der Berg-Gorillas. Kongolesen zahlen 20 Dollar, was einigermaßen der Relation zu den Monatsgehältern entsprach. Wir hörten, in den Bergen Ruandas koste der Besuch der Gorillas doppelt so viel... Doch dann kam noch ein Eklat: Der Parkdirektor wollte partout meine Dollars nicht akzeptieren, die ich bei der deutschen Reisebank eingetauscht hatte, alle sorgfältig aussortiert und von der „Neuen Serie“ mit den großen Köpfen, wie man das im Kongo wünscht. Wo lag also das Problem? Die Kongolesen akzeptieren davon auch nur bestimmte Seriennummern, nämlich nach 2000 – und die hatte ich nicht dabei. Ich war wütend. In der ganzen Welt würden diese Dollars akzeptiert und sie müßten doch froh sein, wenn überhaupt Dollars ins Land kämen. Doch da war nichts zu machen... Aber Kongolesen sind, wie immer, findige Leute. Am Ende verschwand Emmanuel mit dem Parkdirektor in dessen Büro und man handelte einen Kompromiß aus. Die Gebühr werde am kommenden Montag im Büro des Parks in Bukavu mit „richtigen“ Dollars bezahlt, die bei der kongolesischen Nationalbank eingetauscht werden können... Na also - irgendwie spinnen sie vielleicht doch, diese Kongolesen. Dann wurde uns Robert vorgestellt, der uns zu den Berg-Gorillas führen sollte. Seine Kollegen hatten schon deren Aufenthaltsort ausgespäht und wir mußten ein paar Kilomenter durch die Teeplantagen fahren, um einen anderen, näheren Zugang zu finden. Und dann sind die Kongolesen, genau wie die Deutschen und wollen möglichst an alles nah dran fahren. Auch wenn's nicht mehr geht. Am Berghang verträgt sich eine Autoreifen partout nicht mit der tropischen Grasnarbe. Alles kam hoffnungslos ins Rutschen. Der Reifen lief heiß, das Auto war in eine tiefschwarze Rußwolke gehüllt und ich fürchtete schon, hier, am Waldesrand, gehe bald alles in Flammen auf. So sprach ich ein Machtwort. Schluß jetzt! Wir gehen zu Fuß weiter. Die moderne Autotechnik verträgt sich nicht mit dem tropischen Regenwald. Also ließen wir die beiden Autos stehen und die dann folgende Wanderung entlang der Teeplantagen und des Waldrandes war wunderschön, viel schöner als jede Autofahrt....

Dann tauchten wir ein in den Dschungel des Bergwaldes, folgten kleinen Fußpfaden, vorbei an einer Vielfalt von Pflanzen, in dieser Region über 300 verschiedene botanische Arten, die sich neben uns auftürmten.


Ein eigentümliches, wunderschönes Gefühl. Irgendwo wartete noch jemand auf uns. Ein Pygmäe, ein König des Regenwaldes. Auf die Pygmäen sind die anderen Kongolesen und die Gäste angewiesen, wenn's darum geht, die Berg-Gorillas zu finden. Er habe den Aufenthaltsort schon frühmorgens ausgespäht und der Zentrale gemeldet.


So wußte der Führer, welcher Eingang zum Wald relativ nahe dran war. Gemeinsam ging's bergauf, bergab, wir krochen durch niedriges Gehölz und hatten hin und wieder beim Abstieg wunderschöne Blicke in die Ferne auf die grüne Kahuzie-Biega Bergwelt. Plötzlich, unvermittelt nochmal bewaffnete Parkwächter und ein mannshohes Dach eines Farngewächses. Und schon waren wir da. Die Berg-Gorilla-Großfamilie hatte über Mittag zwei Stunden lang Futter gesucht und hielt jetzt im Schatten der Farne ihre „Siesta“. „Papa Mushamuka“, der Silberrücken, blinzelte müde zur Besuchergruppe rüber.


Auf seinem Rücken durfte der kleinste Nachwuchs turnen. In gebührender Entfernung von vielleicht 10 Metern residierte die Damenwelt mit der restlichen Kinderschar. Mushamuka hält sich etwa fünf Weibchen mit entsprechendem Nachwuchs. Letzteres eine ganz erfreuliche Entwicklung zur Erhaltung seiner bedrohten Art. Und der Nachwuchs läßt sich von den Besuchern nicht lange bitten, sondern zieht jetzt seine „Show“ ab.


Die Jugend zeigt, was sie kann. Man turnt auf den Bäumen rum, ist nullkommanix an der Spitze und labt sich an einigen leckeren Blättern. Berg-Gorillas sind, wie Elefanten, Antilopen und Giraffen, Vegetarier. Währenddessen hat Mushamuka, der Silberrücken, die Nase voll vom heutigen Besuch. Er wendet diesem seinen Allerwertesten zu und erledigt sein Geschäft in aller Öffentlichkeit. Danach ist die Show vorbei. Wir langweiligen Familie Mushamuka. Man zieht weiter – und erst jetzt sind die gewaltigen Körperausmaße des Silberrückens zu bestaunen.


Wie ein Schrank so breit ist der Kerl. Und dabei mindestens zwei oder zweieinhalb Meter groß und weit über einen Meter breit. Na, von ihm möchte ich nicht unbedingt umarmt werden...

Wir machen uns auf den Rückweg.

Am Eingang zum Bergwald - am Rande der Teeplantage - sitzen wir nach 5 Stunden Marsch, zusammen mit den Wächtern und dem Pygmäenführer (oben rechts mit der blauen Jacke) erschöpft im Gras zum Phototermin. Höchstens sieben Besucher pro Gruppe werden zugelassen.

Am Haupteingang des Nationalparks werden wir von den jungen Mitgliedern unseres Marifiki wa Mazingira empfangen, etwa 30 Kinder des Waldkindergartens, die an diesem Tag ebenfalls einen Ausflug in den Nationalpark gemacht hatten, mit zwei Kleinbussen und ihren Betreuern, Sico und Bafesa.

Auch die "Pfadfinder" vom Waldkindergarten Katana waren auf Pirsch, hier am Rand des Nationalparks.

Hier geht's durch die Teeplantage am Rande des Waldes.

Tja und später muß man beim Parkeingang auf den Mzungu warten. Was macht der bloß solange bei den Gorillas?

Wann kommt er denn bloß?

Na, endlich, wurde aber auch Zeit! Und dann gleich so viele Mzungis auf einmal!

Jetzt aber schnell aufstellen...

Die Kinder bilden ein richtiges Empfangskomitee und als wir uns ihnen näherten beginnen sie wunderschön zu singen und in die Hände zu klatschen, schließlich wird auch getanzt.


Die Gruppe weiß natürlich, daß ich die Grüße der deutschen Partner des Waldkindergartens von Düren mitbringe, doch das ist jetzt noch nicht an der Reihe. Man hat einen kleinen Blumenstrauß im Nationalpark gepflückt, der mir überreicht wird. Ich bedanke mich für den Empfang und wir verabreden uns für den nächsten Morgen im Umweltschutzzentrum im nahegelegenen Katana, wo die Kindergruppe ihr Domizil hat.


Dann fahren wir weiter nach Katana, die Kinder in ihren zwei Kleinbussen und wir in unserem Toyota-Jeep. Wir wohnen in einem kleinen Hotel, das dem Bürgermeister von Bukavu gehört. Anderntags bezeichnen die Eltern der Kinder das Etablissement als „Luxushotel“, in dem sie vorher noch nie gewesen waren. Nach europäischem Standard wäre alles ein Drittklasshotel. Allerdings liegt die Anlage in einem sehr schönen und gepflegten Garten mit vielen außergewöhnlichen tropischen Pflanzen. Die Zimmer liegen verstreut im Gelände in kleinen Pavillons. Den Abend verbringen wir auf der Terrasse bei Kerzenlicht, weil wieder der Strom ausgefallen ist. An Katana führt von den Ruzizi-Kraftwerken kommend die Hochspannungsleitung bis nach Goma weiter. So wird auch Goma heute abend ohne Strom sein. Doch ich falle kurz später todmüde ins Bett und schlafe über neun Stunden in einem durch...


Sonntag, 3. August 2008

Nach dem Frühstück müssen wir uns beeilen, die Kinder des Marifiki-Kindergar- tens warten schon auf uns. Zum Frühstück gab's wieder Nescafé, Brot und für jeden ein Spiegelei. Dazu Früchte, Bananen, Avocado und einige mehr. Und dann geht’s los, weil die Zeit drängt, leider mit dem Auto. Wir fahren durch den Ort, sämtliche Häuser sind mit hohen Bananenpflanzungen umgeben.


Katana ist das Zentrum für den Bananenanbau, leider als Monokultur, ein Strukturproblem des Ortes, der im übrigen unter beträchtlichem Holzmangel leidet. Überall rund um die Hütten finden sich die etwa drei Meter hohen Bananenstauden, die immerhin angenehm Schatten spenden.


Der Ort liegt an einem sanften Hang, der gen Westen hinaufsteigt in die Bergwelt des Kahuzie-Biega und im Osten von einer weiteren viel kleineren Bergkette vom dahinterliegenden Kivusee getrennt ist.

Katana: Kochhaus neben einer Hütte. Darin sieht das so aus:


Durch den Ort führt die Hauptstraße nach Goma und auch die Hochspannungsleitung vom Ruzizi-Wasserkraftwerk in den Schluchten zwischen Kivu- und Tanganjikasee, die Goma und weiter nördlich noch Beni mit Elektrizität versorgt – und eben auch Katana. Aber während unserer Anwesenheit war der Strom häufiger aus- als angeschaltet. Uns wurde gesagt, wenn Katana keinen Strom habe, dann liege auch Goma im Dunkeln...

Die Kinder, Eltern und Nachbarn des Umweltschutzzentrums und des Waldkindergartens empfangen uns mit lautem „Yaribo Sana“. Das Gebäude ist noch ein halber Rohbau, aber immerhin ein großer Klassenraum ist fertig eingerichtet und macht einen ganz gemütlichen Eindruck. An der Wand hängen Bilder und Kalender, von der Decke hängt ein Mobile herunter, in der Ecke stehen wahre Schlösser an Papierklebearbeiten. Aber auch ein Videogerät und im Nebenraum ein Laptop finden sich. Der Raum füllt sich mit einigen Eltern, ihren Sprechern, dem Chef de Groupement, die Ausbilder, Sico und Bafesa sind da und viele viele Kinder. Der Marifiki wa Mazingira hat drei Altersgruppen. Die ganz Kleinen, die jeden Vormittag kommen, dann die mittleren bis 12/13 Jahren und die älteren Jugendlichen, die jeweils zwei- bzw. dreimal in der Woche nachmittags Gruppenstunde haben. Heute sind alle versammelt. Thema aller Treffen ist vor allem die spielerische Begegnung mit Tierwelt und Natur. Neben dem Gebäude haben die Kinder eine kleine Baumschule angelegt. In einigen Monaten können sie die Pflanzen mitnehmen und bei den Eltern hinter die Bananenstauden pflanzen. Dann wird die Familie in wenigen Jahren eigenes Feuerholz haben. Denn daran ist große Not in Katana. Am liebsten würde man damit beginnen, auch noch Kahuzie-Biega abzuholzen. Alle Kinder besitzen eigene Tiere, für die sie selbst verantwortlich sind, finanziert durch Spenden aus Deutschland. Die Kleinen haben Meerschweinchen, die Mittleren Hasen und die Großen schon eine Ziege. Und sie dürfen auch darüber verfügen. Alle diese Tiere sind auch Fleisch- (und damit Protein-)Lieferanten und wenn ein Kind Lust darauf hat, darf die Mama eins davon in die Pfanne hauen und braten. Nun, das ist die bäuerliche Welt. Vegetarier müssen wegschauen...

Wir sitzen im Umweltschutzzentrum und müssen erstmal ein paar obligatorische Reden halten. Das ist steif und formal. Innocent, unser Biologe und Chef vom Ganzen hält eine Rede, dann die Ausbilder, die Elternvertreter, der Chef de Groupement als Vertreter des Mwamis, dann stellen sich die Gäste vor (wäre fast mit Ausnahme des deutschen Gastes vergessen worden) und ich überbringe zum Schluß dann endlich die Grüße aus Deutschland, vom Partnerkindergarten in Düren und die vielen Geschenke, die ich aus Deutschland hierher geschleppt habe.

Am Sonntagmorgen im Umweltzentrum Katana mit den Kindern des Waldkindergartens.

Am meisten Begeisterung wecken ein paar Kasperlepuppen mit Tiermotiven. Demnächst also gibt’s Theatervorführungen in Katana. Dann eine Art Puzzlespiel, welches sogleich unter fachkundiger Leitung von Philippe mit den Kindern ausprobiert wird. Und schließlich wird gesungen, gesungen, gesungen.... Ein endloses Liedrepertoire offenbar. Bis mir übersetzt wird und ich merke, sie singen wie bei uns in Deutschland neuerdings die „Rapper“: Der Gesang erzählt, was gerade wichtig ist – kein auswendig gelernter Text – und das bin ich, der Muzungu aus Deutschland, der jetzt die Gruppe besucht, weshalb auch dauernd "Heinz" im Gesang vorkommt. Dann der Höhepunkt: Ein Kind nach dem anderen trägt die „10 Gebote für den Umweltschutz“ vor. Dazu gehören Müllvermeidung, Kompostierung, Bäumepflanzen, keine Bushfeuer, Tiere schützen und vieles mehr. Und als die kongolesischen Freunde danach damit beginnen, die Kinder querbeet nach den Geboten zu fragen, merken wir, das haben die Kinder „drin“. Wenn sie das jetzt noch zu Hause vermitteln, dann ist schon viel gewonnen... Wichtig ist aber auch, daß diese Kinder langfristig beim Thema bleiben. Sie dürfen eigentlich nicht nach der Kindergartenzeit einfach in die „rauhe“ Schulwelt entlassen werden, die ganz andere Kriterien hat. Also eigentlich, so klingt's durch, wird auch eine „Umweltschutz-Schule“ benötigt....

Am späten Vormittag machen wir uns auf ins nahegelegene Lwiro, zum CRSN, dem naturwissenschaftlichen Forschungsinstitut, das ich schon bei einem früheren Besuch kennengelernt hatte. Die Zufahrtsstraße ist genauso felsig und holprig wie die meisten anderen Straßen hier. Das weiträumige Gelände ist noch von den Belgiern errichtet worden und enthält, neben den eigentlichen Gebäuden für die Forschungstätigkeit Wirtschaftsgebäude und Wohnhäuser für die Mitarbeiter. Alles sieht so aus, als seien alle Handwerker seit 40 Jahren ausgewandert. Bis auf eine Ausnahme: Das Gästehaus mit Restaurant, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Instituts (der Staat drückt sich seit Jahren davor, irgendwelche Gehälter an die Mitarbeiter auszuzahlen, obwohl alles dem Wissenschaftsminister unterstellt ist) ist aufwendig und sehr schön restauriert worden.

Das restaurierte Gästehaus des CRSN in Lwiro mit einigen Wissenschaftlern und Mitarbeitern unserer Partnerorganisation ADMR.

Das Institut hat einen neuen Finanzmanager, der ein paar Initiativen ergriffen hat. So sind ein paar Institutsgebäude sogar etwas angestrichen worden und vor allem die zoologische Abteilung, die Schimpansen-Waisen und andere bedürftige Jungtiere aus dem Kahuzie-Biega-Nationalpark aufzieht, bekam – mit internationaler Unterstützung – ein völlig neues, professionelles, Gesicht. Und man plant noch mehr: Das kleine Wäldchen, welches Innocent vor fast 20 Jahren eigenhändig gepflanzt hat, unmittelbar hinter dem Institut, soll einen ganz hohen Zaun bekommen und durch einen Gang mit dem Tiergehege verbunden werden. So können dann die Tiere demnächst wieder in den Bäumen rumturnen und allmählich auf ihre Freilassung vorbereitet werden. Das ist ein wirklich ganz erfreuliches Vorhaben. Dafür muß aber auch der ausländische Besucher einen Obulus von 25 Dollar entrichten für die Besichtigung des eigentlich recht bescheidenen Zoos. Aber bei solch guter Arbeit wird der Betrag gerne gezahlt. Die Gelder des Freigeheges seien übrigens schon bewilligt worden...


Später treffen wir noch den Botaniker von Lwiro, den ich schon bei dem früheren Besuch kennengelernt hatte. Ich habe ihm jetzt Saatgut zu Testzwecken mitgebracht: Kresse, Rucola, Soja- und Mungobohnen. Er ist der richtige Mann für sowas. Er hat die vorher im Kivu unbekannten Apfelbäume kultiviert und – weniger erfolgreich – Versuche mit Kirschbäumen unternommen. Aber vor allem war er es, der mitwirkte, herauszufinden, ob Quinoa im Kivu gedeiht. Wir besuchen seine Versuchsfelder, die angefüllt sind mit frisch veredelten Apfelbäumen. Beim Verkauf kämen sie auf 3 Dollar das Stück. Wir stellen fest, daß dies für unser neues Projekt zu teuer ist. Wir würden viel zu wenig Bäume verteilen können. So müssen wir vieles selbst machen und veredeln und wollen ja nicht unbedingt Apfelbäume sondern eher Avocado- und Mangobäume, vielleicht auch Treculia africana, den Afrikanischen Brotbaum, verbreiten. 

Leider können wir im Restaurant nicht essen: Sie haben nicht genug Lebensmittel vorrätig. Wir hätten uns dafür anmelden müssen. Dann besuchen wir noch eine kleine Baumschule von einer befreundeten Organisation, ganz in der Nähe. Unsere Fachleute stellen fest, daß die Ausrichtung der Beete verkehrt ist. Die Pflanzen werden zuviel Sonnenlicht (trotz Überdachung) bekommen, was den jungen Setzlingen nicht gut tun wird. Sie empfehlen einige Änderungen. Auf dem Rückweg kommen wir noch an einem üppigen Tomatenfeld vorbei.

Innocent zeigt uns das gespritzte Tomatenfeld bei Lwiro.

Hier werde ich darauf hingewiesen, wie gefleckt die noch grünen Tomaten sind: Sie würden massiv gespritzt. Das Projekt werde von einer amerikanischen Organisation gefördert. Leider würden viele jener, die diese chemische Behandlung durchführten, später an Krebs erkranken. Die Krebsrate in dieser Region sei unter den Feldarbeitern überdurchschnittlich hoch. Und das sozusagen im Schatten eines u.a. agrowissenschaftlichen Instituts. Merkwürdig....

Kurz vor dem Tomatenfeld begegnen uns diese beiden Kinder, die der Mama helfen...

Wir werden überall von Menschen angehalten. Man kennt sich, vor allem Innocent, der lange in Lwiro gearbeitet und in Katana gewohnt hat, kennt "Gott und die Welt". An diesem Sonntagnachmittag will man miteinander sprechen, ich werde vorgestellt und muß viele Leute begrüßen. Eigentlich wäre ich gerne zu Fuß weiter ins nahegelegene Katana gelaufen, aber die Freunde raten mir dringend ab. Wir würden bestimmt nicht vor Einbruch der Dunkelheit ankommen. Innocent kenne wirklich jeden und jeder wolle dann mit ihm sprechen... Also fahren wir mit dem Auto über die Landstraße. In Katana warten auch schon die Eltern der Kindergartenkinder auf uns. Vielleicht 30 Eltern, ihre Sprecher und wieder der Chef de Groupement. Wir sprechen über Umweltschutz, die Mangelerscheinungen der Region durch die Monokulturen mit Bananen und darüber, was aus den Kindern werden könne, wenn sie den Kindergarten abgeschlossen hätten. Eigentlich müsse die Schule diese Arbeit fortsetzen, aber damit sei nicht zu rechnen. Wir tun wohl jetzt gut daran, uns hier nochwas einfallen zu lassen.

Treffen mit den Eltern der Kinder des Waldkindergartens von Katana

Zum Abschiedsphoto ist's schon dunkel, aber moderne Kameratechnik macht's möglich, daß wir hier doch noch ein Gruppenphoto der Kindergarteneltern sehen können.

Am Abend gehen wir dann nochmal gemeinsam zum Gebäude des Umweltschutzzentrums. Katana hat wieder einmal keinen Strom. Die Nacht ist stockfinster. Aber glücklicherweise haben moderne Mobiltelephone kleine Taschenlampen, sodaß der Weg ein wenig ausgeleuchtet wird. Dann beginnen die Eltern, die uns alle begleiten, auch noch lautstark zu singen und aus allen Hütten am Wegesrand kommen die Menschen zusammengelaufen, was ich immer wieder im Schein der Lagerfeuer, die vor den Hütten brennen, sehen kann. Sie hören durch den Gesang, daß hier ein Mzungu nach Katana gekommen ist, aus dem fernen „Alemania“, dessen Organisation den Waldkindergarten unterstützt. Im Schein der vielen Feuer sehe ich von Haus zu Haus die Gesichter all der Menschen, die unserer „Prozession“ zuschauen, vor allem viele Kinder.... Man hat mich an beiden Händen genommen und führt mich durch das dunkle Katana. Irgendwo habe ich einen kleine Steg verpaßt und plötzlich liege ich im Straßengraben. Man ist erschrocken und alle helfen mir wieder heraus. Glücklicherweise ist mir nichts passiert, bis auf einige kleine Schrammen. Im Umweltschutzzentrum befinden sich dann zwei Laptops, jener von Sico und jener von Innocent und wir wollten meine mitgebrachten Computerdateien überspielen. Dank Batteriebetrieb klappt das auch. Der Raum ist angefüllt mit älteren Menschen, die mit ihren großen, neugieriegen Augen sozusagen aus dem Mittelalter heraus ins Computerzeitalter schauen. Diese Situation ist eigentlich unbeschreiblich bizarr. Ich zeige ihnen einige Kurzfilme, die ich mitgebracht habe. Schließlich ist aber auch der Strom wieder da. Der Raum wird erleuchtet und wir können das Videogerät benutzen und weitere kürzere Filme vorführen. Auf dem Rückweg ist der Weg besser ausgeleuchtet. Viele Häuser haben am Giebel eine Lampe, die etwas Licht spendet. Die Mitarbeiter des Zentrums, Sico und Bafese, bringen uns zum Hotel zurück und äußerten dabei vorsichtig den Wunsch, sie würden wirklich gerne einmal auch nach Deutschland kommen, um den Partnerkindergarten zu besuchen. Beide befinden sich noch im Studium, Bafese studiert Pädagogik, Sico Umweltschutz. Katana hat übrigens eine „Offene Universität“, was immer dort gelehrt werden mag... Jedenfalls verdienen beide ihr Geld für das Studium durch die Erziehung der Kinder im Marifiki wa Mazangira. Und zwar voller Liebe und Hingabe... Ob ihr Wunsch einmal in Erfüllung gehen kann? Schengenland ist so fest abgeschottet (vom wirklichen Leben, möchte man hier fast sagen)! Einladungen für Menschen im Süden sind nicht einfach zu realisieren, zumal Kongolesen aus dem Osten neuerdings unbedingt in Kinshasa ihr Visum beantragen müssen, 2000 km weit entfernt – und drei Wochen später nochmal dahinreisen müssen, um den Paß abzuholen. Die doppelten Flugkosten nach Kinshasa sind dann genauso teuer wie der ganze Flug nach Europa. Und das alles wegen verknöcherter Bürokratie in den Botschaften... Früher, vor dem Krieg, gab's sogar mal ein deutsches Generalkonsulat in Bukavu...


Montag, 4. August 2008

Am frühen Morgen steht schon ein Freund Innocent's mit seinem Jeep bereit zur Rückfahrt nach Bukavu. Das Auto braucht für die relativ kurze Strecke etwa drei Stunden. Wenn die Straße einmal fertig ausgebaut ist, dann wird ein Wagen wohl gerademal 30 Minuten benötigen... Aber das jetzt ist „Congo live“.

In Bukavu habe ich heute Bürotag. Die vier Verwaltungsmitarbeiter des Aufforstungsprojektes von LHL sind gekommen (aus Uvira, Kamisimbi, Mushenyi und Desirée vom ADMR-Büro in Bukavu) und wir besprechen einige Details des Finanzplans und der Verbuchung, insbesondere der lokalen Eigenbeteiligung für das Projekt, hauptsächlich freiwillige Arbeitsleistungen der beteiligten Bauern. So werden hoffentlich keine Mißverständnisse entstehen und die spätere Abrechnung dürfte erheblich erleichtert werden. Dann kommen drei Leute mich zu begrüßen, die ich noch vom letztenmal kannte, mit deren Arbeit ich aber gar nicht zufrieden war, weshalb wir uns von ihnen getrennt hatten. Sie tun so, als sei nichts gewesen und hofften vielleicht tatsächlich, alles könne wie früher weitergehen. Die Aufgabe ihnen klarzumachen, daß wir gewisse Mindestbedingungen für die Zusammenarbeit haben, ist unangenehm. Wer diese nicht einhalte, so sage ich, kann nicht erwarten, von Deutschland aus unterstützt zu werden. Sie hätten ja die Möglichkeit, nochwas in Ordnung zu bringen. Ich lade sie ein, in diesem Bereich aktiv zu werden, habe aber wenig Hoffnung....

Am Abend holt mich Marcus ab, ein Schweizer Freund, der derzeit zufällig als Delegierter beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in Bukavu arbeitet. Wir korrespondieren schon seit vielen Jahren zusammen, haben uns aber erst hier in Bukavu das erstemal persönlich gesehen und heute abend haben wir uns natürlich ganz viel zu erzählen. Wir sitzen auf der Terrasse eines afrikanischen Restaurants, einen Steinwurf von der Kathedrale (und dem ADMR-Büro) entfernt. Erst am nächsten Tag, im Hellen, als ich nochmal dort vorbeikam, merke ich, daß ich dieses Restaurant schon seit langem kenne. Aber nur die „untere Etage“, wo die Afrikaner zu zivileren Preisen speisen als oben auf der Terrasse, wo alles etwas feiner und teurer ist, für die vorwiegend weißen Gäste...


Dienstag, 5. August 2008

Auch heute ist Bürotag.

Computer im ADMR-Büro in Bukavu, wenn man Glück hat ist auch Strom da...

Ich sitze schon früh im ADMR-Büro und überspiele (freie) Computerprogramme und -dateien auf den Rechner, der glücklicherweise viel Speicherkapazität hat. Dann gibt’s einen Schnellkurs in Bildbearbeitung. Die Photos, die ich aus dem Kivu per Email bekomme, sind meist im Originalformat, also 1,5 – 2,5 MB groß, deren Transfer via Cybercafé viel Zeit benötigt. Meist genügt mir aber eine geringe Auflösung, sodaß schon 40-50 kb große Photos ausreichen. Mit dem Irfan-Programm lassen sich solche Dateien herstellen. Am Nachmittag gehe ich mit ins nahegelegene Cybercafé, habe aber kein Glück. Zwar kann ich meine Emails abrufen, doch dann brechen die Hälfte der etwa 20 Computer zusammen. Die Bildschirme grinsen schwarz. Später bekomme ich einen anderen – funktionierenden – Computer zugewiesen und bin sogar wieder im Netz, aber jetzt streikt mein Email-Server, vermutlich, weil beim Absturz kein „Log-out“ vorgenommen wurde. So erlebe ich einmal all die Hindernisse unserer kongolesischen Freunde mit dem Internet. Dazu kommen noch häufige Stromausfälle. Am Montagnachmittag war der Strom weg und ein Teil der Büroarbeit konnte nicht erledigt werden.

Am Abend sitzen wir wieder bei „Mama Kindja“ bei einem ganz einfachen, aber köstlichen, Abendessen zusammen. Und dann müssen wir uns beeilen. Mitten in der Trockenzeit kommt wieder ein starker Regen auf. Das Klima ist auch hier durcheinander geraten. Die Bauern fürchten vor allem, daß sich dadurch die eigentliche Regenzeit verkürzt und ihre Fruchtfolge durcheinander gerät. Im Moment hilft der Regen gar nicht viel. Die Pflanz- und Wachstumsperiode beginnt erst September/Oktober.

Diese junge Dame treffen wir mit weiteren Freundinnen - allesamt Zwiebelverkäuferinnen - an diesem Spätnachmittag in Bukavu. Nach einem wenig erfolgreichen Verkaufstag für ihre Zwiebeln müssen sie wieder alles zurück nach Kamisimbi tragen, etwa 20 km - meist bergauf. Schon eine halbe Stunde später wird's dunkel sein und die Damen würden nicht vor Mitternacht zu Hause ankommen, wurde mir gesagt. Und nach dem Phototermin bedeuteten sie mir, daß sie Hunger hätten. Ja, in Kamisimbi ist wieder Unterernährung eingekehrt, durch extrem verarmte Böden infolge der vielen Eukalyptusbäume... Und an diesem Abend dürften sie alle fünf auch noch in diesen starken Regen gekommen sein....


Mittwoch, 6. August 2008

Heute müssen Emmanuel und ich um 8 Uhr an der Grenzstation Rusizi I zu Ruanda sein, denn wir haben uns dort mit Andreas verabredet, der gestern aus Deutschland in Kigali eingeflogen ist und dann mit einem Bus nach Cyangugu fuhr, genauso, wie wir das 10 Tage vorher getan hatten. Weil aber die Grenzstation Rusizi I mit Einbruch der Dunkelheit schließt und Andreas erst gegen 20 Uhr in Cyangugu ankommen konnte, muß man an der Grenze im Hotel du Lac übernachten. Wir können zu Fuß zur Grenzstation laufen, dies ist insgesamt gerade mal ein Kilometer. Neben uns unten der Kivusee, weiter oben über der Straße die Wohnhäuser. Dann kommen wir auf die Hauptstraße zur Grenze, wo schon viel Trubel ist. Vor allem warten die Taxis auf neue Kunden aus Ruanda. Dann gehen wir an der kongolesischen Zoll- und Paßabfertigung vorbei, informieren die dortigen Beamten, daß wir nur jemanden abholen wollen und gehen nochmal rund 150 Meter runter zum Rusizifluß und zur Brücke, die nach Ruanda führt. Von dort aus sehen wir schon Andreas, der auf uns wartet. Er photographiert uns, wie wir über die Brücke laufen. Aber das war für die allgegenwärtige ruandische Polizei schon zuviel. Sofort kommt einer angelaufen: Photographieren sei hier strengstens verboten. Er will unbedingt das (digitale) Photo sehen. Andreas steht fast schon in Gefahr, als Spion verhaftet zu werden. Doch er hat wirklich nur uns photographiert, was ja im Prinzip nun wirklich kein Staatsgeheimnis verletzt. Aber das Photo muß gelöscht werden. Darauf besteht der ruandische Grenzwächter. Das Photographieren der Brücke in den Kongo verletze ein ruandisches Staatsgeheimnis....

Nun ja, glücklicherweise kann man ja so viele Photos mit der Digitalkamera machen wie man will. So wurde das eine Photo gelöscht, zur Zufriedenheit der ruandischen Polizei und das andere können Sie hier betrachten. Das ist also der "verbotene" Blick aus Ruanda in den Kongo über die Rusizi-Brücke und drüben ist schon am Hang die immense Bautätigkeit der Kongolesen zu erkennen...

Glücklicherweise geht die ruandische Paßkontrolle dann problemlos vonstatten und im Kongo werden wir praktisch – wie vorige Woche bei mir schon – nur durchgewunken. Also eigentlich ganz erfreulich. Jetzt nehmen wir aber ein Taxi, wegen des schweren Gepäcks von Andreas, dem ich vor der Reise auch noch ein 8-kg-Paket mit weiteren Geschenken für den Waldkindergarten in Katana zugeschickt hatte, weil das bei mir nicht mehr reinpaßte. Wir frühstücken in meinem Domizil: Brot, Marmelade, Margarine und Nescafé, fast wie in Deutschland, dann aber auch Amarand- und Erbsengemüse, die restlichen Kochbananen von gestern abend, etwas Reis und tropische Früchte. Anschließend bringen wir Andreas in sein Quartier im CAP, dem protestantischen Zentrum, einige hundert Meter weiter in der Parallelstraße. Nachdem er also sein dortiges Domizil bezogen hat, sammeln wir uns wieder bei unserem Auto und fahren quer durch die Innenstadt zu einem südlichen Vorort, in der Nähe des Panzi-Krankenhauses, wo die Pax-Christi-Schule „Tunza la mayatima“ besucht werden soll. Zwar sind derzeit auch im Kongo Ferien, doch als wir ankommen, wartet schon eine stattliche Menge auf uns: Eltern, Lehrer, ehemalige Kindersoldaten und einige Schüler. Die Kindersoldaten lernen auf dem Gelände Schreinerei und haben etwa die Hälfte der sechs Schulräume bereits mit Tischen und Bänken ausgestattet. Drei Schulräume sind in ordentlichen Holzbaracken untergebracht, größer und geräumiger als das andere Gebäude vor dem Umzug bei meinem ersten Besuch vor vier Jahren, als noch 200 Kinder auf engstem Raum unterrichtet werden mußten, ohne jegliche Pausenräume im Freien.

In dieser Baracke finden sich drei recht große Schulräume.

Da jetzt nach den Ferien mit wesentlich mehr Kindern zu rechnen ist, wurden gegenüber nochmal drei Schulräume gleicher Größe, aber unter gemieteten Zeltplanen errichtet. Nach einem Jahr hofft man, auch hier mit Holz und Wellblech festere Gebäude errichtet zu haben.

Links die drei Klassenräume unter dem Zelt, rechts das überdachte Gelände für die Schreinerei.

Unter diesen Zeltplanen brennt die heiße Tropensonne unerbittlich und ich bin froh, bald wieder im Freien stehen zu können. Wie werden die Kinder hier einen ganzen Vormittag aushalten können? Neben diesen Gebäuden befindet sich die Schreinerei für die ehemaligen Kindersoldaten, die hier eifrig, unter Anleitung von zwei Ausbildern werkeln.


Bis auf weiteres müssen sie noch Schulbänke und -tische herstellen, diese waren bei unserem Besuch gerade fertiggeworden.


Schulbänke einer Klasse in Tunza la Mayatima, von den ehemaligen Kindersoldaten hergestellt.

Das Werkzeug ist in einer benachbarten festen und abschließbaren Holzhütte untergebracht.


Etwas unterhalb des Geländes, welches an einem leichten Hang liegt, sind weitere Bauarbeiten zugange. Beim näheren Hinschauen stellen wir fest, daß hier ein sehr tiefes, etwas einen halben Meter breites und drei Meter langes Loch gegraben wurde.


Hier entsteht die künftige, neue Latrine. Das Loch wird dann teilweise mit Brettern bedeckt und mit einer Stange, auf die jemand klettern und sitzen muß, um sein „Geschäft“ zu erledigen. Natürlich wird noch alles mit einer Holzverkleidung versehen, sodaß man dort nicht etwa in luftiger Höhe sitzt und noch neugierigen Blicken ausgesetzt wäre.

Die Schule liegt am Rande eines Wohnviertels. Die Zugangsstraße liegt im Süden, auf der anderen Straßenseite grenzt ein Krankenhaus das Terrain ab. Im Norden findet sich das Gebäude einer größeren Nichtregierungs-Organisation, während im Westen und Osten Wohnquartiere Nachbarn sind. Die Kinder haben etwas Platz für Spiel und Sport – anders als früher am alten Standort.Auf dem Gelände sind zwei Ruinen früherer Wohngebäude. Tunza la Mayatima ist eine Schule für inzwischen 290 ehemaliger Straßenkinder.

Der Schulleiter von Tunza la Mayatima in seinem Büro - derzeit noch in einem der Klassenräume untergebracht.

Alle sind inzwischen entweder bei eigenen Familienangehörigen wieder untergekommen oder bei anderen Familien guten Willens. Einige dieser Familienangehörigen sind heute hier versammelt, um uns kennenzulernen. Sie benötigen etwas Unterstützung und wir versuchen schon seit längerer Zeit, dafür ein kleines Mikrokreditprogramm einzurichten. Mit etwas Glück kann uns dies in den nächsten Monaten gelingen. So mache ich keine Versprechungen, sage aber, wir würden ein solches Programm vorbereiten und hofften, daß wir ihnen dadurch Unterstützung geben könnten. Im nächsten Klassenraum warten jetzt die Kindersoldaten auf uns, die in der Schreinerei etwas weiter oberhalb arbeiten.

Die ehemaligen Kindersoldaten, die bei Tunza la Mayatima ihre Schreinerausbildung absolvieren im Gespräch mit dem Muzungu.

Sie erzählen uns, daß sie bei lokalen Milizen eingesetzt waren. Wir können ihnen ankündigen, daß jeder, der den Kurs erfolgreich absolviert, ein Schreinerei-Set mit Handwerkszeug bekommt, um dann später selbständig weiterarbeiten zu können. Das Projekt wird vom Land NRW unterstützt. Wir verteilen ihnen und den anderen Kugelschreiber, die wir in größerer Menge mit nach Afrika genommen haben. Kugelschreiber sind hier teuer und begehrt und nicht jeder kann sich einen leisten...

In der dritten Klasse warten schon die Lehrer auf uns. Ihr Gehalt ist sehr bescheiden. 50 Dollar im Monat. Noch im letzten Jahr hatten wir dies aufgestockt, von 40 auf 50 $. Und dies ist in Bukavu wirklich nicht viel. Allein ein Taxifahrer bekommt schon 100 $ im Monat von seinem Patron. Wir machen den Lehrern Mut und kündigen ihnen einige Extras an, z.B. auch Zugang zu Mikrokrediten und vielleicht ein Gehalt auf Euro-Basis, was beim derzeitigen Sinkflug des Dollars natürlich besser wäre. Allerdings scheint im Kongo (noch) keine Dollarinflation ausgebrochen zu sein. Auch die Landeswährung Franc Congolais (FC) ist relativ stabil. Bei einer Arbeitslosigkeit von über 90 % heißt das aber nicht viel. Diese 90 % der Bevölkerung haben keine feste Anstellung. Sie halten sich durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser oder durch Kleinhandel, denn Arbeitslosengeld und ähnliches sind völlig unbekannt... Und mancher Mann bringt's sogar fertig, seine Frau für sich arbeiten zu lassen und liegt selbst lieber in der Sonne, vor allem im heißen Uvira wurde dies als Problem benannt. So kann man generell sagen: Die kongolesische Frau ist sehr fleißig, aber nicht alle Männer. Das fällt auch auf beim Tragen der Lasten. Die Frauen transportieren alle mögliche Lasten kilometerweit, oft auf dem Kopf. Ebenso die Kinder. Die Herren der Schöpfung dagegen sieht man viel seltener irgendwelche Lasten tragen.... Hier muß sich noch einiges ändern. Die Süd-Kivuiennes müssen kapieren, daß man vom Reden allein nicht satt wird...

Na, und das sind ein paar der Kinder, die in Tunaz la Mayatima zur Schule gehen und trotz Ferien gekommen waren um die Muzungus zu begrüßen.

Wir verabschieden uns von Tunza la Mayatima und hören, das Gelände gehöre einem Patron, dem man 50 $ Pacht im Monat zahlen müsse und außerdem könne man den Boden nur begrenzt nutzen. Gärten anlegen und Bäume pflanzen lohne sich einfach nicht, die Erträgnisse gehörten dann dem Patron... Das ist natürlich überhaupt kein zufriedenstellender Zustand. Ob das Land nicht käuflich erworben werden könne? Wieviel werde dies dann wohl kosten? Man wolle mit dem Patron sprechen. Wenn das Gelände käuflich zu erwerben sei und der Preis irgendwie erschwinglich ist (das Grundstück ist vielleicht 1 ha groß), also vielleicht nur ein paar tausend Dollar, dann müssen wir beraten, ob ein Kauf möglich ist, damit Kinder und Lehrer dauerhaft hier wirken können. Das Gelände benötigt dringend eine Bepflanzung mit Schattenbäumen, Schulgärten müßten angelegt und schließlich feste Gebäude aus Ziegelsteinen errichtet werden. Für sowas sind vielleicht sogar Zuschüsse zu bekommen. Der Gesamteindruck der bisher geleisteten Arbeit ist jedenfalls sehr gut. Das Projekt verdient jede weitere Unterstützung. Auch die Lehrer beeindrucken mich durch ihr Engagement. Sie stellen keinerlei Forderungen, wie das anderswo üblich ist. Sie beklagen sich nicht über ihr wirklich sehr niedriges Gehalt, sondern berichten von ihrer Arbeit und vor allem von ihren Plänen mit den Schülern. Man merkt einfach, trotz der äußerst bescheidenen Mittel herrscht hier ein guter Geist und die Kinder, die samt und sonders unter schwierigen Verhältnissen leben oder eine solche Vergangenheit haben, sind offensichtlich in guten Händen. Als Geschenke haben wir auch hier rund 100 Kugelschreiber mitgebracht, die hier Mangelware sind. Außerdem einige Schulmaterialien für den Mathematik- und Geometrie-Unterricht.

Versammlung mit Eltern/Pflegeeltern bzw. Angehörigen der Schüler

Bei der Rückfahrt denken wir noch einmal darüber nach, wie am besten das Gründstück erworben werden könne, damit eine optimale Nutzung möglich ist. Das wird natürlich nur mit Hilfe der Freunde aus Deutschland gelingen. Allerdings sehen wir darüberhinaus für die Errichtung von drei weiteren Schulklassen auch ein paar Fördermöglichkeiten... Also sage ich den kongolesischen Freunden: nur Mut, packen wir's an, vielleicht gelingt's...

Mittags sitzen wir wieder bei „Mama Kindja“, in unserem Stammlokal. Das Essen hier ist nicht nur bezahlbar, sondern auch ausgesprochen gut. Man sitzt entweder in einer der beiden Rundhütten mit Strohdächern oder in einem der zahlreichen weiteren Einzelräume, die alle luftig und für Kleingruppen optimal sind. Keiner stört die Nachbargruppe... Serviert wird natürlich ein Essen, das ohne Messer und Gabel eingenommen wird. Vor dem Essen wird wieder die Wasserschüssel gereicht, man seift sich die Hände ein und der Kellner gießt langsam warmes Wasser über die Hände. Und danach greifen diese Hände in die Schüsseln und sie sind das Esswerkzeug... Eigentlich wie selbstverständlich. Ich fühle mich schon wie zu Hause... Gereicht wird natürlich wieder Foufou, mit Maniok und Sorghum gemischt, dann Reis, Süßkartoffeln, gekochte Bananen, die gar nicht süß sind, dann gebackene Bananen (die sind süß), Amarand, ein Gemüse, das in der Trockenzeit gegessen wird und Cassava, ebenfalls ein spinatähnliche Gemüse, das von den Blättern der Maniokpflanze zubereitet und gekocht wird. Dann gibt’s noch Weißkohlgemüse und Erbsen und für die Fleischesser meist Hähnchenschenkel, Fisch, gelegentlich auch Rind- oder Schweinefleisch. Getrunken wird meist Fanta, Mineralwasser oder das einfach ganz ausgezeichnete Primus-Bier.

Am Nachmittag fahren wir hinauf in einen der höhergelegenen Stadtteile, in der Nähe der Straße nach Walungu. Dort besuchen wir die Wote-Pamoja-Gruppen, was auf kisuaheli soviel heißt wie „Wir alle zusammen“. Und das besondere ist, daß diese Gruppen, vor allem Frauen, nicht nur dem hier dominierenden Stamm der Bashi angehören, sondern auch Hutus und Tutsis aus Ruanda sind, die teilweise nach 1994 flüchten mußten. Deshalb führt die Gruppe auch den Namen „Twese Hamwe“, was in kinyaruanda dasselbe aussagt wie Wote Pamoja. In diesem Zentrum, einer Baracke mit vielleicht fünf oder sechs kleineren und einem etwas größeren Raum finden ganz unterschiedliche Aktivitäten statt. In einem der Räume wwerden etwa 20 Kinder unterrichtet. In einem anderen Raum wird genäht und gestrickt. In einem weiteren Raum sind zahlreiche Kunstgewerbeartikel ausgestellt. Auch eine Küche hat's, dann noch zwei Büroräume.


Wir sitzen mit etwa 30 oder 40 Frauen und wenigen Männern im größten Raum und diskutieren über ein geplantes Mikrokreditprojekt. Das Neue soll sein, daß der Fonds erhalten bleiben soll und mit dem Kredit auch Zins zurückgezahlt werden muß. Bisher sind nur „Credit rotatif“ bekannt: Eine Gruppe bekommt einen Geldbetrag, z.B. 500 $ und vergibt kleinere Kredite zwischen 20 und 50 $ an die Gruppenmitglieder, ohne daß die Gruppe irgendwann den Geldbetrag zurückzahlen muß. Das funktioniert in der Tat in vielen Gruppen erstaunlich lange. Die ersten derartigen Mikrokredite haben wir vor 10 Jahren vergeben und manche Gruppen wirtschaften immer noch damit. Doch jetzt soll der gesamte Fonds erhalten bleiben und deshalb müssen über die Zinsen auch noch eine Verwaltungskraft und ein Ausbilder finanziert werden. Doch nun ist die Frage: Wie hoch dürfen die Zinsen sein? Wir geben die Frage an die fünf anwesenden Gruppen weiter und man beginnt eifrig zu diskutieren. Derweil besichtigen wir das Gebäude. Im winzigen Hinterhof warten die etwa 20 Kinder auf uns und beginnen zu singen und zu tanzen, als wir herzukommen.


Wir alle klatschen mit und wiegen unsere Körper im Takt des Gesangs. Die Freude wird etwas überschattet durch den Gestank der Latrine, die hier am anderen Ende auch untergebracht und der partout nicht zu vertreiben ist. Sanitäre Anlagen sind fast überall ein Problem. Nur an ganz wenigen Standorten in der Innenstadt von Bukavu und Uvira, in Pfarr- und Krankenhäusern finden sie sich in europäischem Standard mit Abwässerkanal. Und auch dort war in der Regel irgendetwas kaputt, entweder fehlten Dichtungsringe oder die Wasserspülung mußte per Hand betätigt werden oder funktionierte überhaupt nicht, dafür stand dann ein Eimer Wasser daneben. Mehrmals setzte ich durch Betätigung der Wasserspülung das halbe Bad unter Wasser, weil das Abwasserrohr defekt war. Die vielen Händler sorgen zwar dafür, daß all die schönen Errungenschaften moderner Welt im sanitären Bereich erhältlich sind, aber offenbar fehlen Handwerk und entsprechende Kenntnisse, um alles instand zu setzen bei Defekten. Und schnell mal in den Baumarkt laufen, um einen Dichtungsring für wenige Cent zu kaufen is nich....

Ähnlich mit der elektrischen Installation, die oft aus der Wand hing – und dann auch das Thema Türgriffe. Du liebe Güte, Türgriffe sind fast ein Thema für sich, mit der Überschrift: Schlosser für den Kongo. Die schönsten Messingtürgriffe: defekt. Entweder fehlte die zweite Hälfte (auf der anderen Seite der Tür) oder bloß eine Schraube und man hatte dauernd den Türgriff in der Hand, oder alles wackelte. Hier ist ein gewaltiger Bedarf und wir dürfen nicht vergessen, daß bei uns in Europa der Handwerkerstand sich seit dem Mittelalter, also praktisch seit Jahrhunderten entwickeln konnte, während die tropische Welt erst seit ungefähr 100 Jahren den Sprung in die Moderne versucht... Und oft ist das, was für die „Winter-Sommer-Zivilisation“ im Norden entwickelt wurde, gar nicht mal für die Tropen geeignet... Hier sind oft ganz andere Lösungen nötig....

Doch wir sind bei den Wote-Pamoja-Gruppen in Bukavu und kommen nach dem Rundgang durch das Gebäude wieder im größten Raum zusammen. Wieviel Zinsen sollten in Rechnung gestellt werden? Die Antwort scheint klar: Eigentlich könne man sich gerade mal 1 % vorstellen. Aber jetzt ist meine Antwort klar: Damit ist das Projekt auch schon gestorben und wir könnten gehen... Aber das wird nicht zugelassen. Einige Mutige preschen vor und sprechen jetzt von 2 – 3 %. Ich sage, das Minimum, das benötigt werde, um die Verwaltungskosten des Fonds zu decken, seien 3 %. Und ich gebe gleich Beispiele, welche Kosten entstünden, bei Krediten in Höhe von 500 oder 1000 Dollar, nämlich 7,5 $ im halben Jahr oder 15 $ bei 1000 $ Kredit. Und jetzt wird klar, daß alle diese Prozente gar nicht überall verstanden wurden. Als die absoluten Zahlen auf dem Tisch liegen, macht sich Erleichterung in der Runde breit: Ja, das sei zu leisten. Aber die Gruppe selbst müsse etwas höhere Zinsen erheben, um eine Reserve aufzubauen, etwa für Krankheit eines Mitglieds usw. Nachdem dies also geklärt ist, können wir an den Abschied denken. Der Nachmittag geht zur Neige, in einer Stunde geht schon die Sonne unter. Übrigens nehmen manch andere, auch gemeinnützige Mikrokreditefonds über 40 % Zinsen für ihre Verwaltungskosten und für ihre europäischen Geldgeber. Wir wollen hier allerdings die Zinsfrage in den Händen der afrikanischen Partner belassen. Sie müssen aber Reserven bilden für spätere Verwaltungskosten. Und das Vergabekomitee benötigt auch ein paar Spesen....

Als wir uns verabschieden, sehe ich noch, wie etwas unterhalb an der Straße in einem größeren Stadion Fußball gespielt wird. Dies weckt Begeisterung und wir wären am liebsten alle auch noch dorthin gegangen. Aber wir sind jetzt noch bei Marcus eingeladen, dem Schweizer Freund, der derzeit die Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz im Südkivu leitet. Wir fahren also wieder in die Innenstadt und zwar in das Viertel, wo die internationalen Organisationen ihren Sitz haben. Marcus wartet schon auf uns in seinem Büro, von dem man einen wunderschönen Blick auf den Kivusee hat. Doch wir ziehen die Vorhänge zu, denn Marcus hält uns einen interessanten Vortrag über die Arbeit des Roten Kreuzes im Kivu. Die rund 200 Mitarbeiter leisten eine ganze Menge, insbesondere für die Grundversorgung: also Wasser, Ernährung, Flüchtlingsbetreuung, Gefangenenbesuche und vieles mehr. Aber sie haben auch beste materielle Voraussetzungen, etwa stehen da draußen im Hof rund 20 modernste Jeeps...


Doch in der Tat. An vielen Stellen des Kivus sind die Spuren der Rotkreuzarbeit sichtbar und wir diskutieren noch, ob das IKRK vielleicht auch die Verbreitung des Lorena-Ofens unterstützen könne. Das solle auf alle Fälle in Genf geprüft werden. Und das IKRK hat als Motivation dafür nicht so sehr die Holzeinsparung im Auge als den Schutz der Frauen. Man weiß, daß viele der unzähligen Vergewaltigungen von Frauen in den Wäldern beim Holzsuchen passieren, sodaß hier eine Verbesserung der Situation dringend geboten wäre....


Fortsetzung: Kongoreise 08/III