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Kongoreise 2010



Erste Bilder der Kongoreise...


Aus einer Email von H.Rothenpieler
"Vom Flug Addis-Abeba via Nairobi nach Bujumbura wollte ich nochwas
erzählen. Dort wo keine Wolken waren, sah man ausschliesslich kahle,
abgeholzte Flaechen, über Tausende von Kilometern. Unglaublich! Lediglich
kleine Haine sind überall noch übrig. Holz ist Haushaltsenergie Nr.1 und
Afrika wird buchstäblich abgeholzt. Irre sowas."


Das angegebene Datum stimmt nicht. Das Photo wurde am 5.2.10
von Innocent Balagizi "geschossen" - und zwar in Kamanyola, nicht weit von der ruandischen Grenze entfernt, nördlich der Ruziziebene.



Man hat nicht jeden Tag einen Muzungu zu Besuch...



Die Bezirkssekretärinnen der Genossenschaft in Luhwinja, die wir 2008 gegründet hatten nach einer Versammlung am 27.1.10.



Dieser junge Mann in Burhinyi baut sich selbst sein Haus in traditioneller Bauweise...



Abgeholzt: der Eukalyptuswald von Muku, oberhalb von Bukavu. Eine ganze Woche lang haben vor allem die Frauen das Brennholz auf ihren Rücken nach Bukavu getragen...



Und jetzt wird hier noch Holzkohle hergestellt, natürlich auch für die Bezirkshauptstadt...



Holzkohlenherstellung in Muku/Kamisimbi




Diese junge Frau freut sich auf ihren neuen Lorena-Herd, den sie bald in Gebrauch nehmen wird.



Und dieser Lorena-Herd ist bereits in Betrieb.



Das ist der nagelneue Lorena-Backofen in Luhwinja - von hinten



Und hier der Lorena-Backofen Luhwinja von vorne.



Und nochmal: Lorena-Backofen von Luhwinja.





Auch Mushenyi bekam seinen Lorena-Backofen. Der Bau dieser holzsparenden Backöfen für die Kindersoldatenprojekte in den beiden Orten wurde übrigens über Dialog International von der Stiftung Demokratie im Alltag (Siegen) finanziert.



Nochmal der Lorena-Backofen von Mushenyi.



Und so beginnt eine Reise in Luhwinja... Der Lastwagen als öffentliches Verkehrsmittel...



Gleich geht's los...



Und diese Familie ist in Kaziba zu Hause.

Aus einer Email von H.R. vom 1.2.2010:
Da meine letzte Email an Euch letzten Freitag offenbar nach einer Stunde Mühen im Nirwana hiesiger Computerprobleme gelandet ist, jetzt in der kurzen Zeit, die mir hier im Moment bleibt, ein weiterer kleiner Bericht.
Also - wenn ich ein Buch über den Kongo schreiben müßte, würde dies wohl den Titel "Warten im Kongo" tragen müssen. Das ist sicherlich das alles überragende Thema in diesem Land. Und zwar durchaus im doppelten Sinn, "Etwas warten" und "auf etwas warten". Generell dauern fünf Minuten 45 Minuten und länger und die meisten Menschen warten irgendwie, die Schüler beispielsweise auf das Ende des Lehrerstreiks. Diese auf die versprochene Lohnerhöhung, die Regierung auf den Schuldenerlass, der die Lehrergehälter finanzieren könnte. Vorige Woche wartete sogar der Mwami von Burhinyi auf uns und dann war die Begrüssung sehr herzlich. Supergespräche, ein tolles Essen von Mwamikazi, der fünfmonatige quickmuntere Sohn Samuel wanderte von Schoss zu Schoss. Mwamikazi ist übrigens die Königin - und sie will Fortbildungsseminare für Frauen im Gartenbau organisieren. Eigentlich ist alles Wissen in Burhinyi schon da, die katholischen Schwestern haben den Vorzeigegarten und man muß nur die Wissensvermittlung organisieren... Der Mwami hat aber auch viele Probleme und war froh, mit einem Dritten darüber sprechen zu können..... Nebenan, in Luhwinja, wartete am nächsten Tag auch eine Mwamikazi auf uns, nämlich die Witwe des vor ein paar Jahren in Lyon ermordeten Mwamis. Sie ist Mitglied des Regionalparlaments und weltläufig, spricht auch gut Englisch. Sie soll jetzt einen Lorena-Ofen bekommen und möchte gerne mal nach Düsseldorf kommen, wenn sie den Kronprinzen in Belgien besucht... nunja.    Später in Mushenyi haben wir den zweiten Waldkindergarten gegründet, dessen "Patenschaft" das Deutsche Rote Kreuz auf Rügen (pdf-Datei, 150 kb) übernommen hat. Übringens sind dort und in Luhwinja jetzt die Lorena-Backöfen fertig und können wohl nächste Woche die Produktion beginnen... "Warten im Kongo" - das sind auch die vielen vielen Kinder, die überhaupt nicht zur Schule gehen, die vielen Arbeitslosen und die vielen vielen Strassenverkäufer, die auf Kunden warten. Und was nicht alles gewartet werden müsste... Allein die Wasserleitungen, Wasserhähne, Strassen, ueberhaupt alle Segnungen der Technik.  Viel wäre zu berichten. Für morgen hat mich Vizegourvernur J.C.Kibala zum Gespräch eingeladen und dazu von sich aus angerufen. Unser Thema soll sein: Solartechnik und Lorena-Öfen. Die Verbreitung der Öfen läuft gut, ausser in Uvira, wo kein Lehm ist. Holz und Holzkohle wird jeden Tag von Tausenden von Menschern, vor allem Frauen, auf dem Rücken in die Stadt gebracht - und dazu wird abgeholzt....   
 
Hier in Bukavu ist eine grosse Hitze. Seit einer Woche kein Regen. Heute morgen war ich wohl das 8. Weltwunder auf dem Fußweg von Burhiba zur Innenstadt, weil die "Muzungus" normalerweise mit dem Auto fahren und nicht zu Fuß laufen wie ich. Die Strasse ist jetzt gut ausgebaut, bis zum Flughafen (von den Chinesen übrigens, die daran auch ein Eigeninteresse hatten, denn dort ist auch ihre Blauhelmtruppe stationiert), die Autos rasen wie in Düsseldorf auf dem Südring. Die erste "Baustelle" Kabilas in Bukavu ist fertig...
Ansonsten noch eine Woche, dann wieder Rückkehr. Gestern war übrigens der "katholische Tag". Riesige Besucherzahlen bei den hl. Messen von Burhiba. Früh um 6 bin ich mit Pater Clemens 500 Meter hoch zu einer Filialkirche gestiegen, durch die Quartiere hindurch. Dort die Messe auf mashi, wunderschöner Gesang. Die Kirche war gerammelt voll, schon um 7 Uhr, sicherlich 500-800 Personen, dann meine Rückkehr, P. Clemens hatte noch eine Jugendmesse auf kisuaheli. Unten angekommen dann nochmal eine Jugendmesse modernerer Art auf franzoesisch, auch wieder gerammelt voll, alle im Alter von 15 bis 25. Und sowas irgendwie jeden Sonntag.... Sonntags geht der Kongo zur Kirche... Sie verstehen überhaupt nicht, wenn ich erzähle, daß in Deutschland die Kirchen leer sind....
Innocent war an diesem Wochenende wieder in Uvira und hat mit der Gemeinde das Naturheilkundeseminar fortgesetzt.
Im Prinzip lebt die Region wieder im Frieden, der aber durch eine hohe Kriminalität gestört ist. Am Samstag wurde in Walungu der ermordete neuernannte Direktor der Zuckerfabrik von Kaliba (bei Uvira) beerdigt, unter hoher Anteilnahme der Autoritäten. Er hatte wohl Feinde gehabt... Er sollte die Zuckerfabrik, die jahrelang stillstand, wieder aufmachen...